Steuerwissen

Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen

Hans
Johannes
13.07.2016

Laut Untersuchungen ist jeder fünfte Steuerbescheid fehlerhaft. Die Steuererstattung fällt geringer aus als erwartet, vorgetragene Verluste werden nicht akzeptiert oder das Finanzamt fordert gar überhöhte Nachzahlungen. Einspruch einlegen lohnt sich fast immer.


AUF EINEN BLICK

  • Ab Erhalt des Steuerbescheids hast du einen Monat Zeit, um Einspruch einzulegen.
  • Hierzu genügt ein formloses Schreiben mit Angabe von Gründen an das Finanzamt.
  • Ist auf dem Steuerbescheid eine E-Mail-Adresse angegeben, kann der Einspruch auch per Mail erfolgen.
  • Voraussetzung für einen erfolgreichen Einspruch ist, dass du in irgendeiner Form benachteiligt wirst.
  • Du kannst auch Einspruch einlegen, wenn du selbst wichtige Angaben in deiner Steuererklärung vergessen hast.
  • Eine Alternative zum Einspruch ist der Antrag auf "schlichte Änderung".
  • Sollte dir aus einem Einspruch ein Nachteil entstehen, kannst du diesen auch wieder zurückziehen.

Wer kennt das nicht. Da sammelt man das Jahr über fleißig Belege, pflegt akribisch seine Daten in die Steuererklärung ein, jubelt euphorisch, wenn das Ding endlich ans Finanzamt geschickt wurde, freut sich auf eine satte Steuererstattung - und ist dann enttäuscht, wenn der Steuerbescheid ganz anders ausfällt als erwartet. Natürlich bekommt man vom Finanzamt nichts geschenkt. Schon gar nicht in Zeiten hoher Staatsverschuldung. Doch fehlerhafte Steuerbescheide sind eher selten das Produkt von zum Sparen verdammten Sachbearbeitern.

Laut dem Bund der Steuerzahler führen vielmehr Personalmangel und die allgemeine Regelungswut im Steuerrecht dazu, dass Steuererklärungen nicht immer ganz im Sinne der Bürger bearbeitet werden. Wer Unstimmigkeiten in seinem Steuerbescheid entdeckt, ist gut beraten, dagegen Einspruch einzulegen. Rund 80 Prozent aller Einsprüche werden vom Finanzamt ganz oder zumindest in Teilen akzeptiert und führen letztlich zu steuerlichen Vorteilen.

Einspruch gegen Steuerbescheid innerhalb von 30 Tagen

Bist du der Auffassung, dass du aufgrund von Fehlern des Finanzamts steuerlich benachteiligt wurdest, solltest du in jedem Fall Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Ab Erhalt des Bescheids hast du dafür einen Monat Zeit. Normalerweise muss der Einspruch schriftlich und mit deiner Unterschrift erfolgen. Wenn auf dem Steuerbescheid eine E-Mail-Adresse vom Finanzamt angegeben ist, kannst du aber auch einfach eine Mail schicken.

Was tun, wenn du die Einspruchsfrist verpasst hast?

Sollte es dir aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich gewesen sein, fristgerecht Einspruch beim Finanzamt einzulegen, kannst du die sogenannte “Wiedereinsetzung in den vorigen Stand” beantragen. Wird dem Antrag stattgegeben, dann wird so verfahren, als ob du die Frist eingehalten hättest. In Frage kommende Gründe wären z.B., wenn du längere Zeit verreist warst, aufgrund von Krankheit deinen Steuerbescheid nicht prüfen konntest oder du einen schweren Unfall hattest.

Was sind gerechtfertigte Gründe für einen Einspruch?

Grundsätzlich kannst du gegen jeden Steuerbescheid Einspruch einlegen. Kosten entstehen dir dadurch keine. Um mit deinem Einspruch Erfolg zu haben, solltest du aber begründen können, dass du durch den Steuerbescheid in irgendeiner Form benachteiligt wurdest. Häufige Gründe für einen Einspruch sind zum Beispiel:

  • Das Finanzamt hat sich einfach verrechnet und deine Steuererstattung oder der Verlustvortrag fallen zu gering aus.
  • Das Finanzamt weigert sich, von dir angegebene Aufwendungen 7 Jahre rückwirkend zu akzeptieren. (Hier findest du den Mustereinspruch für rückwirkende Verlustfeststellung)
  • Steuerfreundliche Urteile oder laufende Gerichtsverfahren wurden vom Finanzamt nicht beachtet.
  • Du selbst hast vergessen, bestimmte steuermindernde Aufwendungen in deiner Steuererklärung anzugeben und willst diese noch nachträglich hinzufügen (in diesem Fall kann die “schlichte Änderung” aber geeigneter sein, s.u.).

Im Abschnitt “Erläuterung zur Festsetzung” auf deinem Steuerbescheid gibt das Finanzamt relativ genau an, ob und warum bestimmte Kosten nicht steuermindernd berücksichtigt wurden. Diesen Abschnitt solltest du dir in jedem Fall durchlesen, i.d.R. findest du hier Anhaltspunkte bzw. Gründe für deinen Einspruch.

Hinweis: Wenn dir der Steuerbescheid irgendwie komisch vorkommt, du aber keine Ahnung hast, welche Gründe du für einen Einspruch angeben sollst, dann kannst du auch erstmal einfach so Einspruch einlegen, um die 30 Tage-Frist zu wahren, und später Gründe nachliefern.

Was passiert nach dem Einspruch?

Zunächst prüft das Finanzamt den Steuerbescheid und entscheidet dann, ob dein Einspruch zulässig ist. Ist dies in allen Punkten der Fall, bekommst du einen korrigierten Steuerbescheid, den Abhilfebescheid, und entsprechend eine höhere Steuererstattung oder einen höheren Verlustvortrag bewilligt. Wird deinem Einspruch nur in Teilen stattgegeben, spricht man von der sogenannten Teilabhilfe und du erhältst ebenfalls einen neuen Steuerbescheid.

Sollte dein Einspruch als unbegründet abgewiesen werden, wird dein Steuerbescheid nicht geändert und alles bleibt beim Alten. Deine letzte Möglichkeit ist jetzt, den Steuerbescheid gerichtlich anzufechten. Hierzu solltest du natürlich einen Fachanwalt für Steuerrecht konsultieren und besprechen, ob der Gang vor Gericht überhaupt Sinn macht.

Einspruch oder Antrag auf schlichte Änderung?

Einen Einspruch solltest du in jedem Fall einlegen, wenn der Steuerbescheid gravierende Fehler enthält. Zum Beispiel weil dir die Geltendmachung von Werbungskosten zu Unrecht verweigert wurde, Urteile oder laufende Verfahren nicht berücksichtigt wurden oder deine Steuererstattung aus sonstigen Gründen viel zu niedrig ausfällt bzw. du unverhältnismäßig viele Steuern nachzahlen sollst.

Anstelle eines Einspruchs kannst du beim Finanzamt auch einen Antrag auf “schlichte Änderung” einreichen. Dies macht zum Beispiel Sinn, wenn du nach Abgabe deiner Steuererklärung Belege für Ausgaben findest, die du noch als Werbungskosten geltend machen möchtest. Wird dein Antrag akzeptiert, werden entsprechende Ausgaben einfach nachträglich deiner Steuererklärung hinzugefügt und du erhältst einen korrigierten Steuerbescheid.

Hinweis: Für den Fall, dass dein Antrag auf schlichte Änderung nicht akzeptiert wird, kannst du im Gegensatz zum Einspruch gegen diese Entscheidung keine Rechtsmittel einlegen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du sowohl einen Einspruch als auch den Antrag auf schlichte Änderungen ans Finanzamt senden. Dann bleibt dir in jedem Fall die Möglichkeit, den Steuerbescheid zur Not vor Gericht anzufechten.

Kann ein Einspruch negative Folgen haben?

Wird deinem Einspruch stattgegeben, prüft das Finanzamt deine Steuererklärung noch einmal Punkt für Punkt. Theoretisch kann es dabei passieren, dass dir zwar bestimmte Ausgaben jetzt als steuermindernd anerkannt, aber gleichzeitig an anderer Stelle Fehler gefunden werden, die zu einer Aberkennung zuvor bereits bewilligter Werbungskosten bzw. Sonderausgaben führen.

In diesem Fall spricht man von einer sogenannten “Verböserung”. Über eine solche Verböserung muss dich das Finanzamt informieren. Du kannst deinen Einspruch dann einfach wieder zurückziehen. Dadurch wird der ursprüngliche Steuerbescheid zwar sofort rechtskräftig, aber die Verböserung fällt unter den Tisch und du musst mit keinen weiteren Nachteilen rechnen.


Kommentare

Friederike
10. März, 13:41 Uhr

Hi Johannes,

ich habe meine Steuererklärung für 2015 für die Folgejahre, in denen ich Steuern bezahlen werde, gemacht, da ich bisher immer nur auf 450 Euro Basis gearbeitet habe und so auch noch keine Steuern bezahlen musste. Auf meinem Steuerbescheid steht nun unter "Erläuterungen zur Festsetzung", dass eine Verlustfeststellung nicht durchzuführen ist, da keine negativen Einkünfte festzustellen sind. Das ist soweit alles klar und schlüssig.
Meine Frage nun: Können die Studienkosten langfristig in irgendeiner Weise abgerechnet werden oder lohnt sich das in diesem Falle überhaupt nicht?

Danke im Voraus und beste Grüße

Rike

Studentensteuererklärung-Team
13. März, 10:50 Uhr

Hallo Rike,

ein Verlustvortrag ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn deine Ausgaben in einem bestimmten Jahr deine Einnahmen übersteigen.
In deinem Fall sind die Einnahmen anscheinend höher als deine Studienausgaben, weshalb keine Verlustfeststellung erfolgte.

Prüfe am besten nochmal, ob dies tatsächlich der Fall ist. Sollte das Finanzamt sich verrechnet haben, dann kannst du Einspruch einlegen.

VG
Johannes

Franziska
25. Januar, 17:35 Uhr

Hallo Johannes,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!

Ich habe heute einen weiteren Brief vom Finanzamt in der Post gehabt. Der besagt:

"Die von Ihnen beantragte Einkommensteuer-Veranlagung für 2010 (gleicher Brief für 2011) kann nicht durchgeführt werden, weil die Festsetzungsfrist gemäß § 169 Abs. 2 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO) für Anträge auf Einkommensteuer-Veranlagung des Veranlagungszeitraums 2010 (/2011) mit Ablauf des 31.12.2015 endete (§ 170 Abs. 1 i. V. m. § 169 Abs. 2 Nr. 2 AO).
Für Antragsveranlagungen gilt die Anlaufhemmung des § 170 Abs. 2 Nr. 1 AO nicht ( Anwendungserlass zur AO (AEAO) zu § 170 Tz.3).
Ihr Antrag ist am 29.12.2016 und damit verspätet beim Finanzamt eingegangen. Der Steueranspruch ist daher gem. § 47 AO erloschen."

Was soll das bedeuten? Eure Info lautete, dass eine 7 Jahre rückwirkende Steuererklärung mindestens bis Ende 2016 möglich sei? Aus diesem Grund habe ich sie im Dezember letzten Jahres abgeschickt.

Liebe Grüße,

Franzi

Studentensteuererklärung-Team
25. Januar, 17:56 Uhr

Hi Franzi,

Studierende können (momentan noch) bis zu 7 Jahre rückwirkend einen Verlustvortrag für ihre Studienkosten einreichen - also aktuell bis einschließlich 2010.

Manchmal gehen Finanzämter irrtümlicherweise davon aus, dass Studierende mit Abgabe einer Steuererklärung einen "Antrag auf Einkommensteuerveranlagung" stellen wollen, das ist nur 4 Jahre rückwirkend möglich. Der "Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung" (= Verlustvortrag) ist aber 7 Jahre rückwirkend möglich.

Hier findest du mehr Informationen und einen Muster-Einspruch zum Download, den du ggf. ans Finanzamt schicken kannst.

VG
Johannes

Max
02. Februar, 14:27 Uhr

Hallo,

Ich habe Ende des vergangenen Jahres 3 Steuererklärungen für die Jahre 2012, 2013 und 2014 eingereicht. Ich habe während dieser Zeit mein Bachelorstudium und damit ein Erststudium absolviert.
Auf den Steuerbescheiden, die ich nun vom Finanzamt bekommen habe, steht nirgendwo etwas über einen Verlustvortrag. Stattdessen steht unter "Erläuterungen zur Festsetzung": "Aufwendungen für das Erststudium wurden als Sonderausgaben berücksichtigt."
Ganz am Anfang steht allerdings unter "Art der Steuerfestsetzung": "Der Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 Satz 2 A0 teilweise vorläufig." Des Weiteren heißt es auf der letzten Seite des Bescheids unter anderem: "Die Festsetzung der Einkommenssteuer ist gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 A0 vorläufig hinsichtlich der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben (§ 4 Absatz 9, § 9 Absatz 6, § 12 Absatz 5 EStG)"

Meine Frage ist nun, ist damit alles in Ordnung und meine Studienkosten werden bei einem etwaigen Gerichtsurteil als Werbungskosten angerechnet oder muss ich Einspruch einlegen?

Schon einmal Danke für eure Hilfe und Viele Grüße,
Max

Studentensteuererklärung-Team
08. Februar, 14:36 Uhr

Hallo Max,

ist ein Einkommensteuerbescheid mit einem Vorläufigkeitsvermerk versehen, hat das Finanzamt registriert, dass sich der Bescheid potenziell bei einer Gerichtsentscheidung, o.ä. noch einmal ändern könnte.
Bezüglich der Themen, auf die sich der Vorläufigkeitsvermerk bezieht, muss dann auch kein Einspruch eingelegt werden, da diese von Amts wegen bei einer Änderung der Rechtsgrundlage geändert werden sollten.

VG,
Julia

Elli
24. Februar, 15:20 Uhr

Hallo liebes Team!

Ich habe mit Eurem Tool meine Steuererklärung + Antrag auf gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags für 2011 und 2012 (fürs Bachelorstudium) eingereicht.

Ich habe jetzt aber nur einen Einkommensteuerbescheid und keinen Verlustfeststellungsbescheid erhalten.

Der Steuerbescheid trägt den üblichen teilweisen Vorläufigkeitsvermerk nach § 165 Abs 1 Satz 2 A0. Die Studiumskosten wurden als Sonderausgaben festgesetzt. In den "Erläuterungen zur Festsetzung" steht ebenfalls: "Die Festsetzung der Einkommenssteuer ist gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 A0 vorläufig hinsichtlich der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben (§ 4 Absatz 9, § 9 Absatz 6, § 12 Absatz 5 EStG)"

Bei mir ist anscheinend nur die Festsetzung der Einkommensteuer vorläufig. Von einem VERLUSTVORTRAG steht hingegen nichts geschrieben, obwohl ich einen Antrag auf gesonderte Feststellung desselben gestellt hatte.

Meine Frage ist nun daher: Wenn durch ein positives BFH-Urteil meine Studiumskosten als Werbungskosten festgesetzt werden, genügt dann die Vorläufigkeit des Einkommensteuerbescheids, dass das Finanzamt automatisch einen Verlustvortrag vornimmt? Oder muss ich jetzt Einspruch einlegen und erst einen Verlustfeststellungsbescheid von FA anfordern?

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr kurz Licht ins Dunkle bringen könntet!
Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe derweil!

Liebe Grüße
Elli

Studentensteuererklärung-Team
24. Februar, 16:11 Uhr

Hi Elli,

du brauchst nichts weiter tun. Solltest aber die Schreiben des Finanzamts zur Sicherheit gut aufbewahren.

Bei Urteil des BVerfG zugunsten von Erststudenten wird dir dein Verlustvortrag bewilligt. Das Finanzamt hat schon kapiert, dass du einen Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung eingereicht hast, denn eine Einkommensteuererklärung wäre für die Jahre 2011 und 2012 gar nicht mehr möglich gewesen - hier gilt eine Frist von 4 Jahren rückwirkend.

VG
Johannes

Franziska
25. Januar, 10:13 Uhr

Hallo Johannes,

ich habe vor Weihnachten 3 Steuererklärungen rückwirkend für die Studienjahre 2010 - 2012 eingereicht, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher war, ob es weiterhin 7 Jahre rückwirkend möglich ist und somit die Frist für 2010 abgelaufen wäre. Nun habe ich gestern meine Steuerbescheide für die ersten 3 Studienjahre (2010-2012) erhalten. Für alle 3 Jahre lautet der Verlustvortrag 0€. Die Erläuterung lautet wie folgt:

Die Festsetzung des verbleibenden Verlustvortrages ist gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO vorläufig hinsichtlich
- der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ( § 4 Absatz 9, § 9 Absatz 6, § 12 Nummer 5 EStG)

Was genau bedeutet das und reicht es/ macht es Sinn den Einspruch für die Bewilligung der Werbungskosten einzulegen? Was kann ich sonst tun?

Liebe Grüße,

Franzi

Studentensteuererklärung-Team
25. Januar, 11:00 Uhr

Hallo Franziska,

da der Steuerbescheid einen Vorläufigkeitsvermerk hinsichtlich der "Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine (erste) Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten" enthält, muss nichts weiter getan werden.

Das BVerfG muss bzgl. dieser Frage noch ein Urteil sprechen, bei einem Urteil zugunsten der Menschen in Erstausbildung wird der Bescheid automatisch aktualisiert.

Hier mehr Informationen zu Erststudium vs. Zweitstudium.

VG
Johannes

Franziska
01. Februar, 17:48 Uhr

Hallo Johannes,

ich bin deinem Tipp gefolgt und habe das Einspruch-Schreiben für die Verlustfeststellung und das Schreiben bezüglich der Werbungskosten zum Finanzamt gesendet. Heute kam folgendes Schreiben dazu:

"Zu Ihrem Antrag auf Erlass einer gesonderten Verlustfeststellung verweise ich auf die entsprechenden Verlustfeststellungsbescheide vom 23.01.2017. (Anmerkung: Wie ich oben geschrieben haben, waren diese alle mit 0€ bewertet)
Bzgl. des Kalenderjahres 2012 verweise ich auch auf den Einkommenssteuerbescheid 2012 vom 23.01.2017. (Anmerkung: Dort steht bei "Berechnung des zu versteuernden Einkommens" neben "Einkommen/ zu versteuerndes Einkommen" ein Minusbetrag. Was bedeutet das?)
Gesonderte Verlustfeststellungen sind nur möglich, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist. (Anmerkung: Ich habe während des Studiums nicht gearbeitet, dementsprechend sind meine Einkünfte doch automatisch negativ oder nicht?) Die Einkommenssteuerveranlagung 2012 erfolgte noch innerhalb der zulässigen Frist.
Einsprüche gegen die o.g. Bescheide liegen mir nicht vor. Ich stelle anheim, dass gegen die entsprechenden Steuerbescheide zur Wahrung Ihres Rechtsschutzbedürfnisses innerhalb der Rechtsbehelfsfrist formell Einspruch eingelegt wird."

Wieso kann ich keine Verlustfeststellung für die Jahre 2010 und 2011 bewirken? 2012 wird komischerweise als Einkommenssteuererklärung gewertet?

Ich hoffe, ihr könnt helfen.

Liebe Grüße,

Franzi

Studentensteuererklärung-Team
08. Februar, 14:27 Uhr

Hallo Franziska,

Leider dürfen wir keine Steuerberatung geben, sondern müssen uns auf technische Probleme und allgemeine Fragen beschränken – gerne würden wir Dir im Einzelfall helfen, rechtlich sind uns hierbei allerdings die Hände gebunden!

Deine Fragen sind leider so spezifisch, dass wir nicht mehr antworten können. Ruf am besten bei Deinem Finanzamt direkt an, und lass Dir dort Auskunft geben, oder informier Dich bei einem Steuerberater. Wir können hier leider nichts mehr für Dich tun. Das tut uns sehr leid!

VG,
Julia

Elisabeth
13. Februar, 19:04 Uhr

Lieber Johannes,

ich habe den gleichen Brief wie Franziska vom 25.1. erhalten, mit 0 Euro Verlustvortrag, mit dem exakt gleichen Wortlaut:
Die Festsetzung des verbleibenden Verlustvortrages ist gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO vorläufig hinsichtlich
- der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ( § 4 Absatz 9, § 9 Absatz 6, § 12 Nummer 5 EStG)

Du schreibst in deiner Antwort, dass man nichts tun muss, weil noch ein Urteil gesprochen werden muss und dann eine automatische Aktualisierung stattfindet und ein Einspruch keinen Sinn macht.

Verstehe ich es also richtig, dass es sein kann, dass ich auf den 0 Euro sitzen bleibe oder aber irgendwann mir doch noch ein (mir unbekannter) Betrag gestattet wird, ich aber keinen weiteren Einfluss darauf nehmen kann?

Vielen Dank und viele Grüße
Elisabeth

Studentensteuererklärung-Team
21. Februar, 13:50 Uhr

Hallo Elisabeth,

genau, der Vorläufigkeitsvermerk bedeutet, dass der Bescheid geändert wird, wenn das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht zu den Gunsten der Studenten entschieden wird.

Genauere Infos zu der ganzen Thematik haben wir in diesem Blogpost zusammengefasst.

Beste Grüße

Melanie
13. Februar, 11:40 Uhr

Hallo liebes Studentensteuererkläung-Team,

ich habe nun nach Abgabe der Steuererklärung für 2010, 2011 und 2012 auch die entsprechenden Bescheide bekommen.

In allen drei Bescheiden wurde unter Art der Steuerfestsetzung angegeben das "Der Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 Satz 2 A0 teilweise vorläufig". Es wird jedoch weder auf die "Nr. 3" hingewiesen noch im weiteren Bescheid auf die ausstehende Entscheidung, ob das Erststudium als Werbungskosten anerkannt wird, hingewiesen. Für 2011 und 2012 wurde nun ein Bescheid über unbeschränkt abziehbare Sonderausgaben (Berufsausbildungskosten) erstellt und in den Erklärungen angegeben "Erststudium=Sonderausgaben". Muss ich nun trotzdessen einen Einspruch einlegen weil es nicht als Werbungskosten anerkannt wird oder einfach nur abwarten bis das Urteil feststeht?

Desweiteren wurde die Erklärung für 2010 nicht anerkannt mit Verweis auf die 4 Jahresfrist und ein Nichtveranlagungsbescheid erstellt ("Die beantragten Berufsausbildungskosten -Sonderausgaben- können nicht berücksichtigt werden."), aber trotzdem mit dem oben genannten Vorläufigkeitsparagraphen versehen. Sollte ich trotzdem einen Einspruch "Antrag auf gesonderte Verlustfestellung" stellen?

Ich weiß, dass die oberen Posts auch ähnliche Thematiken haben, aber da es bei keinem genauso stand wie bei mir, dachte ich frage nochmal nach.

Vielen Dank im Vorraus für die Antwort!

Studentensteuererklärung-Team
21. Februar, 10:51 Uhr

Hallo,

wenn die Schreiben des Finanzamts einen Vorläufigkeitsvermerk hinsichtlich der Absetzbarkeit der Kosten einer Erstausbildung als Werbungskosten enthalten, musst du nichts weiter tun als das Urteil des BVerfG abwarten.

Ein Verlustvortrag ist 7 Jahre möglich - wird das vom Finanzamt abgelehnt, sollte ein Einspruch helfen.

VG

Franziska
07. Februar, 17:54 Uhr

Hallo Johannes,

da ich noch keine Antwort für meinen Post von letzter Woche erhalten habe, habe ich diesen hier noch einmal veröffentlicht. Ich würde mich über Hilfe freuen.

Hallo Johannes,

ich bin deinem Tipp gefolgt und habe das Einspruch-Schreiben für die Verlustfeststellung und das Schreiben bezüglich der Werbungskosten zum Finanzamt gesendet. Heute kam folgendes Schreiben dazu:

"Zu Ihrem Antrag auf Erlass einer gesonderten Verlustfeststellung verweise ich auf die entsprechenden Verlustfeststellungsbescheide vom 23.01.2017. (Anmerkung: Wie ich oben geschrieben haben, waren diese alle mit 0€ bewertet)
Bzgl. des Kalenderjahres 2012 verweise ich auch auf den Einkommenssteuerbescheid 2012 vom 23.01.2017. (Anmerkung: Dort steht bei "Berechnung des zu versteuernden Einkommens" neben "Einkommen/ zu versteuerndes Einkommen" ein Minusbetrag. Was bedeutet das?)
Gesonderte Verlustfeststellungen sind nur möglich, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist. (Anmerkung: Ich habe während des Studiums nicht gearbeitet, dementsprechend sind meine Einkünfte doch automatisch negativ oder nicht?) Die Einkommenssteuerveranlagung 2012 erfolgte noch innerhalb der zulässigen Frist.
Einsprüche gegen die o.g. Bescheide liegen mir nicht vor. Ich stelle anheim, dass gegen die entsprechenden Steuerbescheide zur Wahrung Ihres Rechtsschutzbedürfnisses innerhalb der Rechtsbehelfsfrist formell Einspruch eingelegt wird."

Wieso kann ich keine Verlustfeststellung für die Jahre 2010 und 2011 bewirken? 2012 wird komischerweise als Einkommenssteuererklärung gewertet?

Ich hoffe, ihr könnt helfen.

Liebe Grüße,

Franzi

Studentensteuererklärung-Team
21. Februar, 11:50 Uhr

Hallo Franzi,

leider dürfen wir keine Steuerberatung geben, sondern müssen uns auf technische Probleme und allgemeine Fragen beschränken – gerne würden wir Dir im Einzelfall helfen, rechtlich sind uns hierbei allerdings die Hände gebunden. Ebenfalls führen wir keine inhaltliche Prüfung Deiner Steuererklärung durch, da wir die Richtigkeit der von Dir angegebenen Daten nicht überprüfen können. Für die hierdurch entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns vielmals!

Wird ein Einkommen als negativ ausgewiesen, bedeutet das im Allgemeinen, dass das Finanzamt den Verlust registriert und im System vermerkt hat. Ob Du einen Einkommensteuerbescheid hast, auf dem ein Verlust vermerkt ist, oder einen Verlustfeststellungsbescheid, sollte keinen Unterschied machen.
Warum bei Deinen ersten beiden Bescheiden ein Einkommen von 0 ausgewiesen ist, ist für uns leider nicht erkennbar und wie oben beschrieben, dürfen wir uns Deinen Fall auch nicht genauer ansehen.

Hoffentlich findest Du bei Deinem Finanzamt eine Antwort auf Deine Fragen.

Beste Grüße

Thomas
27. März, 14:48 Uhr

Habe für die Jahre 2011-2014 meinen Steuerbescheid bekommen mit dem Vermerk der Vorläufigkeit, jedoch ist mein Studium nicht die Erstausbildung, da eine Ausbildung voran ging. Betrifft mich das zu erwartende Urteil oder wurde hier eine falsche Annahme getätigt und sollte Einspruch erheben.

MfG Thomas

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