Was sind Werbungskosten?

Alle Ausgaben für das Studium zählen zu den Werbungskosten. Werbungskosten mindern die Steuerlast oder führen zu einem Verlustvortrag.

Werbungskosten kannst du voll steuerlich geltend machen

Zu den Werbungskosten gehören all jene Ausgaben, die aufgebracht werden müssen, um einer Arbeit nachgehen zu können oder eine Ausbildung bzw. ein Studium zu absolvieren. Hierzu gehören etwa Fahrten zum Nebenjob, zur Universität oder zur Bibliothek. Zunächst belasten diese Ausgaben zwar das eigene Konto, allerdings können Werbungskosten komplett steuerlich geltend gemacht werden. Wenn Studenten also jährlich ihre Werbungsausgaben (Studienkosten plus ggf. Ausgaben für einen Job etc.) dem Finanzamt per Steuererklärung mitteilen, dürfen sie mit einer ordentlichen Steuererstattung rechnen. Wird noch kein steuerpflichtiges Einkommen erzielt, können Werbungskosten natürlich auch als Verlust vorgetragen werden. Eine steuerliche Verrechnung erfolgt dann entsprechend nach Berufseinstieg.

Typische Werbungskosten für Studenten


Geld

Studiengebühren

Studiengebühren oder Semesterbeiträge sind voll absetzbar. Als Nachweis genügt eine Bestätigung über die Bezahlung der Beiträge.

Bcher neu

Fachliteratur

Bücher und Fachmagazine können bei Vorlage von Rechnungen in voller Höhe oder ohne Belege pauschal mit 80 Euro abgesetzt werden.

Arbeitsmittel-Neu

Arbeitsmittel

Ordner, Taschenrechner und Co. können bei Vorlage von Rechnungen komplett oder ohne Belege einfach pauschal mit 110 Euro pro Jahr abgesetzt werden.

Bahn neu

Fahrten

Fahrten von der Wohnung zur Uni, Bibliothek oder zum Nebenjob können voll oder pauschal mit 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt abgesetzt werden.

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Weitere Werbungskosten im Überblick

Im Prinzip können alle Ausgaben, die zum Zwecke einer Ausbildung bzw. eines Studiums getätigt werden, als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Es lohnt sich daher, Rechnungen oder andere Belege zu sammeln. In vielen Fällen können aber auch einfach Pauschalbeträge in Anspruch genommen werden. Nachfolgend einige weitere Werbungskosten, die bei vielen Studenten anfallen:

Ich studiere Chemie in Erlangen und habe für 2015 das erste Mal eine Steuererklärung gemacht. Ich war überrascht, wie viele Werbungskosten ich als Verlust angeben konnte. Durch Fahrten zu Vorlesungen, ins Labor und zum Job kam schon eine ordentliche Summe zusammen. Für die acht Wochen Praktikum in den Semesterferien gab's nochmal über 1.000 Euro an Verpflegungspauschale dazu. Zusammen mit den von StudentenSteuererklärung.de im Tool vorgeschlagenen Werbungskosten habe ich einen Verlustvortrag von mehr als 4.600 Euro in nur einem Jahr dem Finanzamt melden können.
Salih K. (Uni Erlangen)
Salih Student
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Unterschied Werbungskosten & Sonderausgaben

Zu den Sonderausgaben gehören alle Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und die damit nicht als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. Laut unserem Steuerrecht zählt ein Erststudium (z.B. Bachelor) - warum auch immer!? - zur privaten Lebensführung und die Studienkosten können damit eigentlich nur als Sonderausgaben abgesetzt werden. Die Studienkosten für ein Zweitstudium (z.B. Master) hingegen fallen in die Kategorie Werbungskosten.


Was sind die Nachteile von Sonderausgaben?

Im Vergleich zu den Werbungskosten bringen Sonderausgaben für Studenten eine ganze Reihe von Nachteilen mit sich. So können Sonderausgaben nur in dem Jahr, in dem sie tatsächlich anfallen, von der Steuer abgesetzt werden. Ein Verlustvortrag ist bei Sonderausgaben nicht möglich. Den meisten Studenten bringt diese Regelung deshalb nichts, da sie weniger als den Steuerfreibetrag (8.652 Euro in 2016) verdienen, dadurch keine Steuern zahlen und somit auch keine Sonderausgaben absetzen können. Zudem können Studenten im Erststudium pro Jahr nur 6.000 Euro als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Studienkosten die darüber hinaus gehen, können überhaupt nicht zurückgeholt werden.


Warum auch Bachelorstudenten ihre Studienkosten als Werbungskosten angeben können

Dass Studenten im Master ihre Studienkosten komplett als Werbungskosten steuerlich geltend und dadurch auch einen Verlustvortrag machen können, Studenten im Bachelor aber nicht, ist ungerecht! Zum Glück sieht der Bundesfinanzhof (BFH) die steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten im Erst- und Zweitstudium als verfassungswidrig an und hat deshalb bereits in 2014 entsprechendes Gesetz gekippt. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als höchste Instanz die Frage klären, ob zukünftig auch Bachelorstudenten ihre Studienkosten als Werbungskosten deklarieren können.

Die Chancen für Studenten stehen sehr gut. Rechtsexperten gehen davon aus, dass das BVerfG der Entscheidung des BFH folgen wird. Ein endgültiges Urteil fällt nach Informationen von StudentenSteuererklärung aber voraussichtlich frühestens Anfang 2017. Bis dahin empfehlen wir allen Bachelorstudenten, ihre Studienkosten grundsätzlich als Werbungskosten anzugeben. Sollte das Finanzamt dies nicht akzeptieren, dann lohnt es sich, Einspruch einzulegen.

Ich studiere im 4. Semester Bachelor BWL. Als ich meine Steuererklärung für 2014 abgegeben habe, kam ein paar Wochen später die Antwort vom Finanzamt, dass bei mir kein Verlustvortrag möglich sei, da ich mich noch in der Erstausbildung befinde. Ich habe dann den Muster-Einspruch von StudentenSteuererklärung.de ans Finanzamt geschickt. Das hat gewirkt! Mein Steuerbescheid wurde geändert und ich konnte Werbungskosten als Verluste geltend machen.
Jannis F. (Uni Hamburg)
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