Steuerwissen

Noch vor Weihnachten Rückerstattung sichern

Hans
Johannes
29.11.2016

Am 31. Dezember endet die Frist zur Abgabe der Steuererklärung für 2009. Zudem steht im Raum, dass der Gesetzgeber die Frist zur rückwirkenden Abgabe von derzeit sieben auf nur noch vier Jahre verkürzt. Wer sicher gehen will, sollte deshalb noch vor Jahresende seine Steuererklärungen 2010 bis einschließlich 2012 abgeben.


AUF EINEN BLICK

  • Steuerpflichtige müssen bis zum 31. Mai des Folgejahres ihre Steuererklärung abgeben.
  • Diese Frist kann bis zum 30. September verlängert werden.
  • Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 31. Dezember Zeit.
  • Steuerfreiwillige können die Erklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben.
  • Die Frist ist immer der 31. Dezember.
  • Studierende können aktuell noch bis zu sieben Jahre rückwirkend einen Verlustvortrag machen.
  • Diese Frist könnte schon bald auf nur noch vier Jahre reduziert werden.

Abgabefristen für Steuerpflichtige

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss diese bis spätestens 31. Mai des Folgejahres bei seinem Finanzamt einreichen. Kann die Frist nicht eingehalten werden, sollte spätestens im Mai ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden, dann bleibt bis 30. September Zeit. Wird für die Steuererklärung ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, ist der 31. Dezember der letztmögliche Abgabetermin.

Wer ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet?

Eine Steuererklärung muss u.a. abgegeben werden, wenn
- die Einkünfte, bspw. aus selbstständiger Tätigkeit, den Freibetrag von 8.652 Euro (in 2016) überschreiten
- im Vorjahr ein Verlustvortrag gemacht wurde
- für mehrere Arbeitgeber parallel gearbeitet wurde (Lohnsteuerklasse VI)
- Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug von mehr als 410 Euro vorliegen (bspw. Elterngeld)

Abgabefristen für Steuerfreiwillige

Wer eine freiwillige Steuererklärung abgeben will, kann dies bis zu vier Jahre rückwirkend tun. Frist ist immer der 31. Dezember. Eine freiwillige Veranlagung zur Einkommensteuer macht insbesondere dann Sinn, wenn mit einer Steuererstattung gerechnet werden darf. Dies kann der Fall sein bei hohen Werbungskosten (> 1.000 Euro im Jahr) oder außergewöhnlichen Belastungen (z.B. hohe Krankheitskosten, Ausgaben für Brille, Hörgeräte oder Zahnersatz).

Abgabefristen für Studenten & Absolventen

Die Mehrzahl der Studierenden gehört zu den Steuerfreiwilligen und hat damit vier Jahre Zeit, um eine Steuererklärung abzugeben. Deadline ist auch hier der 31. Dezember. Da Studierende i.d.R. mit einer Steuererklärung einen Verlustvortrag für ihre Studienkosten machen wollen, gilt aktuell sogar noch ein 7-Jahres-Frist zur Abgabe der Steuererklärung. Dabei spielt es keine Rolle, ob man aktuell noch Student ist oder nicht. Entscheidend ist nur, dass man im betreffenden Jahr der Steuererklärung an einer Hochschule eingeschrieben war.

Wer bis zum 31. Dezember 2016 noch eine Steuererklärung abgeben sollte

Unbedingt noch in diesem Jahr eine Steuererklärung abgeben muss, wer einen Verlustvortrag für das Jahr 2009 machen will, denn am 31.12. endet die 7-jährige Festsetzungsfrist. Experten gehen zudem davon aus, dass der Gesetzgeber schon bald die Frist zur rückwirkenden Abgabe von Steuererklärungen von derzeit sieben auf nur noch vier Jahre verkürzen wird. Diesbezüglich gibt es zwar noch keinen konkreten Termin, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte trotzdem für die Jahre 2010 bis 2012 noch im Dezember eine Steuererklärung abgeben. Denn wenn die Friständerung erstmal vollzogen ist, besteht keine Möglichkeiten mehr, mehr als 4 Jahre zurückliegende Studienkosten als Verluste steuerlich geltend zu machen.


Kommentare

Alexander
30. Dezember, 21:46 Uhr

Ich habe 2010 mit dem Studium begonnen, und 2015 abgeschlossen. Ich habe in den letzten 2 Jahren des Studiums mehr als den Freibetrag verdient. Macht es für mich dann überhaupt noch Sinn die Steuererklärung aller Studienjahre einzureichen, da ich sie ja in einigen Fällen zu den entsprechenden Fristen hätte einreichen müssen. Oder lohnt sich das trotzem?

Studentensteuererklärung-Team
02. Januar, 09:33 Uhr

Hi Alexander,

mit einer Steuererklärung stellst du entweder einen

  1. Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung (7 Jahre rückwirkend möglich) oder einen
  2. Antrag auf Einkommensteuerveranlagung (4 Jahre rückwirkend möglich).

Sofern du in den ersten Studienjahren nicht steuerpflichtig warst und höhere Ausgaben als Einnahmen hattest, kannst du damit bis einschließlich 2010 noch Steuererklärungen abgeben und einen Verlustvortrag machen (momentan allerdings nur bei einer Zweitausbildung möglich).

Mehr Infos auch hier: Ist die Steuererklärung wirklich 7 Jahre rückwirkend möglich?

VG
Johannes

Philipp
12. Dezember, 14:15 Uhr

Hi Johannes,

ich würde sehr gerne noch vor dem 31.12. meine Steuererklärung für das Jahr 2009 machen, leider kann ich das Jahr nicht im Formular auswählen, dort ist das Jahr 2010 das "früheste" auswählbare. Warum ist das so?

Viele Grüße

Studentensteuererklärung-Team
12. Dezember, 14:24 Uhr

Hi Philipp,

unsere Software ist leider erst ab 2010 mit der staatlichen Steuer-Software ELSTER kompatibel. Dir bleibt die Möglichkeit, deine Erklärung für 2009 analog zu den Schritten in unserem Tool einfach in einem Word-Dokument selbst zu erstellen.

VG

Claudia
12. Dezember, 17:33 Uhr

Hi Johannes,

Kinder kann man hier ja nicht angeben. Heißt das dann automatisch, dass diese bzw. die Tatsache, dass ich alleinerziehend studiert habe, keine Rolle spielen?

VG

Studentensteuererklärung-Team
12. Dezember, 17:57 Uhr

Hallo Claudia,

unser Tool berücksichtigt natürlich auch die Situation von studierenden Müttern & Vätern. Du klickst einfach auf "Kosten hinzufügen" und wählst das Feld "Ich habe Kinder" an.

Hier kannst du bspw. den Kinderfreibetrag sowie Entlastungsbeträge für Alleinerziehende beantragen.

VG

Sarah
15. Dezember, 20:49 Uhr

Hi Johannes,

ich habe eine Steuererklärung ausgefüllt und ledig eingebeben. Wenn ich mir jedoch den Entwurf herunterlade steht dort Steuerpflichtige Person bei Ehegatte (Ehemann). Wie kann ich das ändern ?

LG

Studentensteuererklärung-Team
16. Dezember, 09:31 Uhr

Hallo Sarah,

das hört sich nach einem technischen Problem an. Wende dich bitte an unseren technischen Support unter support@studentensteuererklaerung.de, dann können wir dir sicher schnell weiterhelfen.

VG

Josie
22. Dezember, 14:49 Uhr

Hi Johannes!

Macht es eigentlich auch Sinn, den Verlustvortrag zu machen, wenn man immer noch studiert und auch noch keine feste Stelle in Aussicht hat? Und: inwiefern profitiere ich dann davon? Erst wenn ich eine Stelle antrete in Form von Steuererleichterungen oder bekomme ich direkt was zurück unabhängig von meiner Beschäftigungslage?
LG, Josie

Studentensteuererklärung-Team
22. Dezember, 16:45 Uhr

Hi Josie,

ein Verlustvortrag macht i.d.R. immer Sinn, denn das Finanzamt merkt sich deine Verluste über die Studienjahre hinweg, bis du schließlich in einen Beruf einsteigst und Steuern zahlst, dann werden die Verluste steuerlich verrechnet und du bekommst eine Steuererstattung.

Du bekommst erst dann Kosten/Verluste erstattet, wenn du auch Steuern gezahlt hast.

Josie
22. Dezember, 15:37 Uhr

Und: inwiefern kann das errechnete Ergebnis von der tatsächlichen Zahlung abweichen abhängig von meinem zukünftigen Einkommen? Ich rechne mit einem eher niedrigen Einstiegsgehalt und fürchte, dass meine Verlustvorträge mir damit dann eher wenig bringen.

Studentensteuererklärung-Team
22. Dezember, 16:52 Uhr

Unser Erstattungsrechner zeigt dir anhand deiner Dateneingabe den voraussichtlichen Erstattungsbetrag bzw. den Verlustvortrag an. Sofern das Finanzamt die von dir angegebenen Kosten akzeptiert, ist das angezeigte Ergebnis zumeist sehr nah an der Realität dran. Der tatsächliche Erstattungsbetrag kann aber auch etwas niedriger oder höher ausfallen. Eine Gewähr geben wir hierfür nicht.

Wenn du im ersten Berufsjahr nicht genug verdienst, sodass der Verlustvortrag voll verrechnet werden kann, dann ist das nicht weiter tragisch. Der verbleibende Verlustvortrag wird dann einfach im darauffolgenden Jahr (oder auch den darauffolgenden) Jahren verrechnet.

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