Hilfe und FAQ

Hier findet ihr Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Übersicht

1. Allgemeines
  1. Was macht Studentensteuererklärung?
  2. Erfolgt durch Studentensteuererklärung eine Steuerberatung?
  3. Welche Alternativen zu Studentensteuererklärung gibt es?
  4. Was kostet die Studentensteuererklärung?
2. Unser Steuer-Tool
  1. Wie funktioniert die Studentensteuererklärung?
  2. Lohnt sich die Steuererklärung ohne Einkommen überhaupt?
  3. Wie viel kann ich durch das Steuer-Tool herausholen?
  4. Kann ich meine Angaben im Steuer-Tool speichern?
  5. Sind meine Daten sicher?
  6. Falsche Angaben gemacht und Erklärung schon abgeschickt?
  7. Wann bekomme ich eine Antwort vom Finanzamt?
  8. Was passiert, wenn ich meine Zugangsdaten verloren habe?
3. Steuererklärung
  1. Was sind Steuern?
  2. Was ist eine Steuererklärung?
  3. Was ist und wo bekomme ich meine Steuer-ID?
  4. Wer muss eine Steuererklärung machen?
  5. Bis wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?
  6. Wie lange kann ich Steuererklärungen rückwirkend abgeben?
  7. Was ist ein Verlustvortrag?
  8. Welche Nachweise muss ich beim Finanzamt einreichen?
  9. Welche Pauschalen kann ich vom Finanzamt verlangen?
  10. Was sind Werbungskosten?
  11. Was sind Sonderausgaben?
  12. Was ist der Steuerbescheid?
  13. Wie kann ich gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen?
  14. Wann bekomme ich meine Steuererstattung?
4. Einkommen & Arbeit
  1. Wie hoch ist der Steuerfreibetrag?
  2. Muss ich ein Stipendium versteuern?
  3. Muss ich BAföG oder Studienkredite versteuern?
  4. Muss ich ein Praktikum versteuern?
  5. Muss ich einen 450-Euro-Job versteuern?
  6. Wie kann ich Fahrten zum Arbeitsplatz absetzen?
5. Wohnen
  1. Was kann ich bei einem Umzug absetzen?
  2. Was ist eine doppelte Haushaltsführung?
  3. Was kann ich bei Miete und Nebenkosten absetzen?
  4. Kann ich Fahrten zwischen Studien- und Wohnort absetzen?
6. Studium
  1. Soll ich für mein Bachelorstudium eine Steuererklärung abgeben?
  2. Soll ich für mein Masterstudium eine Steuererklärung abgeben?
  3. Was ist ein Erststudium und was ein Zweitstudium?
  4. Welche Arbeitsmittel kann ich absetzen?
  5. Was kann ich bei einem Auslandsstudium absetzen?
  6. Wie kann ich Fahrten zur Uni & Bibliothek absetzen?

1. Allgemeines

Mit unserer Plattform studentensteuererklärung.de sind wir das erste Unternehmen in Deutschland, dass Studenten und Absolventen eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Online-Steuererklärung ermöglicht. Wir halten nicht viel von unverständlichen und unübersichtlichen Steuerformularen. Wir wollen das Thema Steuern für junge Menschen so einfach wie möglich aufbereiten. Deshalb haben wir alle offiziellen und für unsere Zielgruppen relevanten Steuerformulare in einfache Fragen übersetzt. Anhand dieser Fragen navigiert unser Steuer-Tool die Nutzer schnell und sicher durch ihre Steuererklärung, die abschließend per Mausklick direkt an das Finanzamt gesendet werden kann. Unser Ziel ist, Studenten und Absolventen durch unseren Service eine maximale Erstattung ihrer Studien- bzw. Ausbildungskosten zu ermöglichen.

Nein! Eine Steuerberatung dürfen wir leider nicht geben. Gerne leisten wir aber Hilfestellung bei Fragen zum Umgang mit unserem Steuer-Tool oder bei technischen Problemen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine über unsere Plattform abgegebene Steuererklärung nicht vom Finanzamt akzeptiert wird oder laut Steuerbescheid eine Steuerrückerstattung bzw. ein Verlustvortrag widerrechtlich nicht bewilligt wurden, könnt ihr euch natürlich auch an uns wenden.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Steuererklärung zu erstellen.

Zum einen gibt es Steuerprogramme als CD-ROM zum Kauf. Ein erheblicher Nachteil dieser Programme ist, dass sie in der Regel nur die Steuererklärung für ein bestimmtes Jahr ermöglichen. Willst du für mehrere Jahre eine Steuererklärung machen, musst du also auch mehrere CD-ROMs kaufen.

Dann gibt es noch die staatliche Steuer-Software ELSTER, die auf Basis der Vorjahresdaten prüft, ob deine Einträge aus diesem Jahr plausibel erscheinen. Diese Software ist für Arbeitnehmer gut geeignet, ist aber für ein möglichst breites Publikum konzipiert und daher sehr komplex und umfangreich.

Außerdem gibt es noch viele andere Programme und Online-Anbieter, die dir beim Ausfüllen der Steuer-Formulare helfen können. Allerdings solltest du dich im Voraus genau über die Zuverlässigkeit der Programme informieren und darüber, ob das Finanzamt über diese Programme oder Anbieter erstellte Steuererklärungen akzeptiert.


Bei Studentensteuererklärung handelt es sich um eine Steuer-Software, die speziell für Studenten (bzw. für Absolventen und ehemalige Studenten) konzipiert ist. Unser Steuer-Tool navigiert dich anhand einfacher Fragen sowie mit vielen Hilfen und Tipps durch deine Steuererklärung und hilft dir, möglichst viele deiner Studienkosten wieder zurückzubekommen.

Durch den Fokus auf die steuerlichen Bedürfnisse und Erfordernisse von Studenten, bleibt der Zeitaufwand, der zur Erstellung deiner Steuererklärung benötigt wird, sehr gering. Da unsere Steuer-Software mit der staatlichen ELSTER-Schnittstelle verbunden ist, wird eine über uns erstellte Steuererklärung von jedem Finanzamt in Deutschland akzeptiert und du kannst deine Steuererklärung direkt per Mausklick an dein Finanzamt senden.

Um uns zu finanzieren und unseren Steuer-Service kontinuierlich weiterentwickeln zu können, erheben wir auf jede erfolgreich mit unserem Tool erstellte Steuererklärung eine Gebühr in Höhe von 34,90 Euro.

Du kannst dich zunächst kostenlos registrieren und alle Daten in unser Tool eintragen, um zu prüfen, ob sich eine Steuererklärung für dich lohnt. Bevor du deine fertige Erklärung ans Finanzamt übermitteln und als PDF herunterladen kannst, musst du dich mit der Gebühr einverstanden erklären.

Der Gebühreneinzug erfolgt mit deinem Einverständnis automatisch per SEPA-Lastschrift. Hierfür musst du uns am Ende deiner Steuererklärung ein SEPA-Mandat erteilen. Mit der Erteilung des SEPA-Mandats erlischt dein Widerrufsrecht.

Über die Gebühr und den Gebühreneinzug wirst du auch direkt im Tool informiert.

2. Unser Steuer-Tool

Mit unserem Steuer-Tool kannst du schnell und sicher deine Steuererklärung online erstellen und ans Finanzamt senden, um dir deine Studienkosten vom Fiskus zurückzuholen.

Nach der Registrierung kannst du sofort mit deiner Steuererklärung beginnen.

Fülle mit vielen Hilfen und Tipps alle notwendigen Felder deiner Steuererklärung aus. Das dauert zwischen 10-20 Minuten. Um es dir so einfach wie möglich zu machen, haben wir alle offiziellen und für dich relevanten Steuerformulare in einfache Fragen übersetzt, die am Ende deiner Steuererklärung durch unser Tool automatisch wieder auf ein offizielles Steuerformular übertragen werden.

Diese Unterlagen helfen dir beim Ausfüllen:

  • Lohnsteuerbescheinigung
  • Semester- und Studiengebühren
  • Bewerbungskosten für ein Studium und ggf. Einklagekosten
  • Für ein Auslandssemester: Reise- und Übernachtungskosten
  • Bescheinigungen über Praktika
  • Belege für typische Kosten wie: Seminare, Arbeitsmittel, Laptop, Wohnung am Studienort, Umzug usw.

Die Belege musst du nur auf Anfrage durch das Finanzamt beilegen! Also nur, falls die entsprechenden Kosten aus Sicht des Finanzamtes höher als erwartet/als die Pauschale ausfallen.

Jetzt bist du fast fertig. Du bekommst eine Vorschau deiner Steuererklärung, die du als PDF-Entwurf herunterladen und nochmal alle Daten prüfen und ggf. ändern kannst. Danach wird die Steuererklärung online ans Finanzamt übermittelt.

Zum Abschluss musst du die Steuererklärung ausdrucken, unterschreiben und per Post an das Finanzamt schicken. Nach Eingang der unterschriebenen Steuererklärung wird das Finanzamt deine Erklärung bearbeiten. Nach sechs bis acht Wochen erhältst du in der Regel deinen Steuerbescheid.

Eine Steuererklärung ist für Studenten eigentlich immer von Vorteil.

Das Zauberwort heißt hier „Verlustvortrag“. Wenn du nichts oder nur wenig verdienst, gleichzeitig aber Ausbildungskosten hast, dann entsteht dir ein Verlust. Diesen Verlust, also Studienausgaben minus Einkünfte, kannst du per Steuererklärung für jedes Jahr feststellen lassen, das nennt das Finanzamt Verlustfeststellung. Das Interessante an diesem Modell: Du kannst die Verluste aus den Studienjahren kumulieren, also zusammenzählen, und in die Berufsjahre mitnehmen. D.h. die Studienkosten werden dann steuerlich verrechnet, sobald du zum ersten Mal richtig verdienst und somit auch Steuern zahlen muss.

Man könnte den Verlustvortrag auch als eine Art “Steuergutschrift” für Studenten bezeichnen, die mit dem Start ins Berufsleben eingelöst wird.

Das kommt ganz darauf an, welche Ausgaben du für dein Studium leisten musstest. Die meisten deiner Studienkosten zahlt dir der Staat zurück, wenn du diese in einer Steuererklärung geltend machst. In der Regel beträgt die Steuererstattung für deine Studienzeit mehrere Tausend Euro. Wenn du ein Auslandssemester oder viele Praktika gemacht hast oder an einer teuren Privatuni studiert hast, kann deine Steuererstattung auch bei mehreren Zehntausend Euro liegen.

Ein Beispiel: Wenn du in deinem Job nach dem Studium 50.000 Euro verdienst und in den Jahren davor 20.000 Euro absetzbare Studienkosten per Steuererklärung geltend gemacht hast, musst du Steuern zahlen, als ob du nur 30.000 Euro verdient hättest. Die zu viel gezahlten Steuern (in diesem Fall einige tausend Euro) bekommst du dann vom Finanzamt zurück.

Ja, alle deine Angaben werden automatisch gespeichert. Falls dir bestimmte Nachweise über die Höhe von Kosten oder Einnahmen etc. fehlen, kannst du einfach zum nächsten Schritt deiner Steuererklärung springen und zu einem späteren Zeitpunkt entsprechende Angaben nachtragen. Du kannst natürlich auch alle deine Einträge im letzten Schritt nochmal ändern. Erst wenn du deine Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt gesendet hast, sind keine Änderungen mehr möglich.

Bei Steuer- und Finanzangelegenheiten muss die Sicherheit der personenbezogenen Daten oberste Priorität haben. Das gilt für das Finanzamt ebenso wie für Studentensteuererklärung. Deshalb setzen wir auf modernste Sicherheitskonzepte und Sicherheitstechnologien, um unsere Plattform und damit deine Daten bestmöglich vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen. So nutzen wir für die Datenspeicherung ausschließlich Hochsicherheitsserver mit Standort in Deutschland. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt direkt an die ELSTER-Schnittstelle des Finanzamts. Darüber hinaus kommt auf unserer kompletten Plattform die SSL-Verschlüsselung (“https”) zum Einsatz.

Solltest du nach der elektronischen Übermittlung deiner Steuererklärung an das Finanzamt feststellen, dass du fehlerhafte Eingaben gemacht oder wichtige Angaben vergessen hast, dann ist das kein großes Drama.

Solange du deine Steuererklärung noch nicht ausgedruckt und mit deiner Unterschrift ans Finanzamt geschickt hast, wird deine Online-Steuererklärung nicht durch das Finanzamt bearbeitet. Du kannst in diesem Fall deiner Steuererklärung auf Papierform ein Schreiben anhängen, in dem du mit Verweis auf entsprechende Stellen in der Steuererklärung Angaben korrigierst oder ergänzt.

Solltest du eine fehlerhafte oder nicht vollständige Steuererklärung sowohl elektronisch als auch in Papierform bereits an das Finanzamt gesendet haben, dann kannst du innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Steuerbescheids Einspruch einlegen und dann deine Steuererklärung einfach nochmal machen.

Sollte dir erst nach Zugang des Steuerbescheids auffallen, dass du steuermindernde Angaben vergessen oder falsch angegeben hast, kannst du ebenfalls innerhalb von 30 Tagen Einspruch gegen den Bescheid einlegen.

Siehe auch “Wie kann ich gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen?”

Die Rückmeldung seitens des Finanzamts erfolgt in der Regel in sechs bis acht Wochen nach der Übermittlung der elektronischen sowie der unterschriebenen Version deiner Steuererklärung. Dann bekommst du deinen Einkommensteuerbescheid, der Auskunft gibt, wie hoch deine Steuerrückzahlung ist bzw. in welcher Höhe bei dir eine Verlustfeststellung erfolgt ist. Bis dahin kennst du nur die voraussichtliche Rückzahlung bzw. den Verlustvortrag gemäß unseres eingebauten Steuerrechners. Bis das Finanzamt dir nach Eingang des Steuerbescheids dein Geld schließlich überweist, kann es noch einmal bis zu fünf Werktagen dauern.

Solltest du dein Account-Passwort für Studentensteuererklärung vergessen haben, kannst du dieses problemlos zurücksetzen. Wir senden dir in diesem Fall per E-Mail einen Link, über den du ein neues Passwort eingeben kannst.

3. Steuererklärung

Der Ursprung der Steuern reicht in die Anfänge menschlichen Zusammenlebens zurück. Wo gemeinschaftliche Bedürfnisse erwachsen, sind Mittel zu ihrer Befriedigung erforderlich. Dazu gehörten von alters her ein „Beisteuern“ der Gemeinschaftsmitglieder in Form von Abgaben und Dienstleistungen. Solche Leistungen waren zunächst freiwilliger, genossenschaftlicher Art, nahmen dann mehr und mehr den Charakter einer traditionellen Verpflichtung an, bis sie schließlich in rechtlich geforderte Abgaben mit Zwangscharakter verwandelt wurden.

Inzwischen hat sich „Vater Staat“ eine ganze Menge dieser Abgaben einfallen lassen. Zurzeit gibt es 37 verschiedene Steuern in Deutschland. Damit hat der Staat in 2014 rund 643,6 Milliarden Euro eingenommen. Am einträglichsten sind die Lohnsteuer, Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) und die Mineralölsteuer.

Einkommensteuer

Für Studenten ist vor allem die Einkommensteuer relevant. Wer sich für die Absetzung der Studienkosten Zeit nimmt, der vermeidet, unnötig viele Abgaben an den Staat leisten zu müssen. Die Einkommensteuer ist die Haupteinnahmequelle des Staates. Sie ist eine Personensteuer, die nach dem Einkommen des Einzelnen bemessen wird. Die Erhebung erfolgt entweder durch Abgabe einer Steuererklärung durch den Steuerzahler oder durch den unmittelbaren Steuerabzug vom Lohn.

Die jährliche Steuererklärung ist eine Abrechnung mit dem Finanzamt. Dabei gibst du einerseits deine steuerpflichtigen Einnahmen an und andererseits auch diejenigen Ausgaben, die deine Steuerlast mindern. So kann das Finanzamt errechnen, wie viele Steuern wirklich für das Jahr angefallen sind und vergleicht diese mit den Steuern, die du schon gezahlt hast. Am Ende bekommst du vom Finanzamt einen Steuerbescheid zugeschickt, in dem steht, ob alles genau aufgeht, du noch Steuern nachzahlen musst, oder du Geld zurückbekommst, da du zu viel im Voraus gezahlt hast.

Wenn du noch keine Steuern zahlst, aber Ausgaben für Studium etc. hattest, stellt das Finanzamt automatisch einen Verlust fest. Dieses Modell nennt sich Verlustvortrag und sichert dir eine Art “Steuergutschrift” für das Berufsleben. Sobald du einen Job beginnst und Steuern zahlen musst, werden deine Ausgaben während der Studienzeit mit den von dir gezahlten Steuern verrechnet und du bekommst eine Steuererstattung.

Die Einkommensteuererklärung wird in Anlagen aufgeteilt. Jede Anlage steht für eine Einkunftsart oder für einen speziellen Aufwand, der im Rahmen einer Steuererklärung geltend gemacht werden kann. Allen Einkünften aus einer bestimmten Einkunftsart können Werbungskosten gegengerechnet werden, die dann das Ergebnis mindern.

Unser Steuer-Tool basiert auf den offiziellen Anlagen des Finanzamts. Um dir eine schnelle und einfache Erstellung deiner Steuererklärung zu ermöglichen, haben wir entsprechende Anlagen aber in leicht verständliche Fragen übersetzt.

Welche Anlagen gibt es?

  • Anlage Versicherungsaufwand: Hier werden sämtliche Versicherungen eingetragen
  • Anlage AV: Hier werden Aufwendungen für die Altersvorsorge eingetragen
  • Anlage G: Hier wird das Ergebnis bei Einkünften aus einem Gewerbebetrieb eingetragen
  • Anlage S: Hier wird das Ergebnis aus selbständiger Arbeit eingetragen
  • Anlage N: Hier wird das Ergebnis aus nicht selbständiger Arbeit eingetragen (u.a. Lohnsteuerbescheinigung etc.)
  • Anlage V: Hier wird das Ergebnis aus Vermietung und Verpachtung eingetragen
  • Anlage KAP: Hier wird das Ergebnis aus Einkünften aus Kapitalvermögen eingetragen

Die Steuer-ID ist eine 11-stellige persönliche Identifikationsnummer und ermöglicht es dem Finanzamt, abgegebene Steuererklärungen eindeutig einer Person zuzuordnen. Die Steuer-ID ist ein Leben lang gültig und ändert sich weder bei Umzug noch bei Heirat etc.

Das Bundeszentralamt für Steuern teilt allen Bundesbürgern ihre Steuer-ID durch Zusendung eines Schreibens mit. Darüber hinaus findet sich die Steuer-ID auf jedem Einkommensteuerbescheid und jeder Lohnsteuerkarte.

Wenn du deine Steuer-ID nicht mehr in deinen Unterlagen finden kannst oder noch nie eine zugesendet bekommen hast, dann kannst du die Steuer-ID über diesen Link beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen.

In Deutschland beträgt der steuerliche Freibetrag aktuell 8.652 Euro (2016). Wer im Jahr nicht mehr als diese Summe verdient, ist mit seinem Einkommen nicht steuerpflichtig. Trotzdem ist es für die meisten Studenten sinnvoll, grundsätzlich eine Steuererklärung zu machen. Denn nur wenn du in einer Steuererklärung deine Ausgaben für Studium und Co. dem Finanzamt mitteilst, kannst du dir später deine Studienkosten in Form einer Steuererstattung zurückholen.

Weitere Informationen findest du auch in unserem Blog.

Für steuerpflichtige ist der Abgabetermin für die Steuererklärung der 31. Mai des Folgejahres. Diese Frist wird auf den 31. Dezember des Folgejahres verlängert, wenn du einen Steuerberater mit einbeziehst. Wenn du als Student nicht steuerpflichtig bist, gilt für dich der 31. Dezember als Deadline zur Abgabe einer Steuererklärung.

Studenten können darüber hinaus aber bis zu sieben Jahre rückwirkend eine Steuererklärung einreichen. Bis Ende 2016 können also noch rückwirkend die Studienkosten der Jahre bis einschließlich 2009 geltend gemacht werden! Wir empfehlen euch aber, jährliche eine Steuererklärung einzureichen.

Ausführliche Informationen zu wichtigen Fristen findest du in unserem Blog.

Eine gesetzliche Regelung ermöglicht es, Studienkosten nicht wie üblich vier, sondern sogar sieben Jahre rückwirkend geltend zu machen. Im Jahr 2016 kannst du also noch rückwirkend die Studienkosten bis einschließlich 2009 einreichen. Voraussetzung ist, dass du für die betreffenden Jahre noch keine Einkommensteuererklärung abgegeben hast. Um deine Studienkosten komplett steuerlich geltend zu machen, musst du für jedes Studienjahr eine eigene Steuererklärung abgeben.

Der Gesetzgeber plant derzeit, die vierjährige Frist zur rückwirkenden Abgabe einer Steuererklärung gesetzlich festzuschreiben. Bis dato ist dies jedoch nicht geschehen. Alle Studenten mit Studienjahren 2009 bis 2011 sollten deshalb jetzt ihre Anträge stellen!

Immer dann, wenn deine jährlichen Ausgaben deine Einnahmen übersteigen, entsteht ein steuerlicher Verlust. Über einen Verlustvortrag kannst du dem Finanzamt jährlich per Steuererklärung alle studienbedingten Ausgaben (= Verluste) anzeigen. Das Finanzamt merkt sich entsprechend die angehäuften Verluste und in den ersten Jahren nach dem Einstieg in einen Beruf werden die vorgetragenen Verluste als sogenannte Werbungskosten automatisch mit der gezahlten Lohnsteuer verrechnet. Auf diese Weise lassen sich in der Regel fast alle Kosten für ein Studium wieder zurückholen.

Für einen Verlustvortrag brauchst du natürlich kein eigenes Formular oder musst Verluste extra kennzeichnen. Wenn du noch kein zu versteuerndes Einkommen hast, aber für Studium etc. Ausgaben hattest, dann stellt das Finanzamt automatisch einen Verlust fest und merkt sich diesen.

Beispiel: Du bist 2016 noch im Studium und machst Verluste (Studiengebühren, Pflichtpraktikum etc.). Du wirst dein Studium aber noch im selben Jahr beenden und voraussichtlich in 2017 einen Job beginnen. Die Verluste aus 2016 kannst du dann in deiner Steuererklärung für 2016 als Verlustvortrag kennzeichnen. Das Finanzamt merkt sich entsprechend die Höhe des Verlustes und zieht diesen bei der nächsten Steuererklärung in 2017 (oder zu einem späteren Zeitpunkt) von den Einkünften ab. Auf diese Weise reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen deutlich. Wenn du etwa in deinem Job nach dem Studium 50.000 Euro verdienst und in den Jahren davor 20.000 Euro absetzbare Studienkosten hattest, musst du Steuern zahlen, als ob du nur 30.000 Euro verdient hättest. Die zu viel gezahlten Steuern (in diesem Fall einige Tausend Euro) bekommst du dann vom Finanzamt zurück.

Übrigens: Wenn du einen Verlustvortrag in deiner Steuererklärung angibst und im nächsten Jahr wieder nichts verdienst, dann verschieben sich die Verluste automatisch ins übernächste Jahr usw. Das heißt, so lange du keine (Einkommens-)Gewinne erzielst, kannst du jährlich Verlustvorträge sammeln, die, sobald du einen Job aufnimmst, in der Summe von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Ein Verlustvortrag ist damit eine Art “Steuergutschrift” für den Einstieg ins Berufsleben.

Grundsätzlich musst du erst dann Belege, Quittungen oder sonstige Nachweise einreichen, wenn dich das Finanzamt dazu auffordert. Hebe also alle wichtigen Unterlagen bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides auf, um sie ggf. nachreichen zu können.

Belege über Arbeitsmittel (u.a. Bücher und Laptop) oder Nachweise über die Zahlung von Studiengebühren, Bestätigungen zu Lebens- oder Haftpflichtversicherungen und die vom Arbeitgeber ausgehändigte Lohnsteuerbescheinigung müssen nicht zusammen mit der Steuererklärung eingereicht werden.

Wenn außergewöhnliche Umstände die Höhe der Steuer beeinflussen, empfehlen wir eine sofortige Einreichung der Belege zusammen mit der Steuererklärung. Dies ist z.B. bei Umzugsaufwendungen, der Begründung einer doppelten Haushaltsführung oder der Einrichtung eines häuslichen Arbeitszimmers der Fall.

In vielen Fällen verlangt das Finanzamt keine konkreten Nachweise in Form von Rechnungen oder Quittungen, damit du deine Studienausgaben absetzen kannst. Für viele Aufwendungen gewährt das deutsche Steuerrecht ganz einfach Pauschalen.

  • Arbeitsmittelpauschale: 110 Euro / Jahr
  • Pauschale für Fachliteratur: 80 Euro / Jahr
  • Bewerbungskostenpauschale: 8,50 Euro pro Bewerbungsmappe, 2,50 Euro pro Online-Bewerbung
  • Fahrtkostenpauschale: 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt
  • Umzugspauschale: 730 Euro
  • Verpflegungspauschale: 24 Euro / Reisetag, bei Aufenthalten im Ausland deutlich mehr
  • Telefonkosten-/Internetpauschale: 20 Euro / Monat
  • Kontoführungspauschale: 16 Euro / Jahr

Ausführliche Informationen zu Pauschalen findest du in unserem Blog.

Unter Werbungskosten versteht der Gesetzgeber alle Ausgaben, die im Zuge einer beruflichen Tätigkeit oder Ausbildung bzw. Studium entstehen. Zunächst belasten diese Ausgaben zwar das eigene Konto. Allerdings können Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden, wodurch sich die Steuerlast vermindert. Zahlst du noch keine Steuern, merkt sich das Finanzamt die von dir angegebenen Werbungskosten als Verlust und du erhältst eine Steuergutschrift für die Zukunft, wenn du entsprechend verdienst und Steuern zahlen musst.

Klassische Werbungskosten für ein Studium sind:

  • Semesterbeiträge oder Studiengebühren
  • Kosten für Auslandspraktika oder Auslandssemester
  • Studienfahrten und Exkursionen
  • Fachliteratur
  • Drucken und Binden von Abschluss-/Seminararbeiten
  • Fahrten zwischen Wohnung und Uni/Bibliothek
  • Fahrtkosten zwischen Heimat- und Studienort (wenn doppelte Haushaltsführung)
  • Drucker, Laptop, Smartphone

Hinweis: Studienkosten können in der Steuererklärung entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten geltend gemacht werden. Da Sonderausgaben im Gegensatz zu Werbungsausgaben aber nur angesetzt werden können, wenn schon verdient und Steuern gezahlt werden, ist diese Variante für die meisten Studenten aber nicht empfehlenswert. Ein Verlustvortrag ist nur für Werbungskosten, nicht aber für Sonderausgaben möglich.

Weitere Informationen zu Werbungskosten gibt’s in unserem Blog sowie auch
hier.

Als Sonderausgaben können Aufwendungen bis 6.000 Euro pro Jahr, die im Rahmen einer Berufsausbildung oder eines Studiums entstehen, steuerlich geltend gemacht werden.

Allerdings können diese Sonderausgaben nur in dem Jahr, in dem sie tatsächlich anfallen, bei der Einkommensteuererklärung angesetzt werden. Studenten bringt diese Regelung deshalb meist nichts, da sie nur wenig oder gar nichts verdienen und somit auch keine Sonderausgaben absetzen können. Studenten fahren deshalb besser, wenn sie ihre ausbildungsbedingten Ausgaben in Form von Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Zu den Sonderausgaben gehören:

  • Semesterbeiträge oder Studiengebühren
  • Kosten für Auslandspraktika oder Auslandssemester
  • Studienfahrten und Exkursionen
  • Fachliteratur
  • Drucken und Binden von Abschluss-/Seminararbeiten
  • Fahrten zwischen Wohnung und Uni/Bibliothek
  • Fahrtkosten zwischen Heimat- und Studienort (wenn doppelte Haushaltsführung)
  • Drucker, Laptop, Smartphone

Mehr Informationen in unserem Blog.

Mit dem Steuerbescheid teilt dir das Finanzamt nach Prüfung deiner Steuererklärung mit, wie hoch deine Steuererstattung ist, in welcher Höhe ein Verlust gemäß Verlustvortrag bei dir festgestellt wurde oder ob du Steuern nachzahlen musst (Letzteres ist bei den meisten Arbeitnehmern und bei Studenten sowieso aber sehr selten). Sollte dir keine Steuererstattung oder kein Verlustvortrag bewilligt werden, dann enthält der Steuerbescheid auch eine Begründung, warum dies der Fall ist.

Gegen einen Steuerbescheid kannst du innerhalb von 30 Tagen nach Zusendung schriftlich Einspruch einlegen. Hierzu solltest du dir genau die Begründung im Bescheid durchlesen und ggf. entsprechend angegebene Paragraphen im Einkommensteuergesetz daraufhin überprüfen, ob sie auf dich zutreffen.

Sollte dir das Finanzamt zum Beispiel eine Erstattung oder einen Verlustvortrag mit der Begründung verwehrt haben, dass du aufgrund einer Erstausbildung (z.B. Bachelor) keine Werbungskosten geltend machen kannst, lohnt sich der Einspruch mit Verweis auf aktuell anhängige Gerichtsverfahren.

Hier findest du den Mustereinspruch für Nichtbewilligung Werbungskosten

Hat das Finanzamt die Absetzung eines Laptops, Druckers etc. verweigert, kannst du ebenfalls Einspruch dagegen Einlegen.

Hier findest du den Mustereinspruch für Nichtbewilligung Laptop & Smartphone

Einen Einspruch kannst du auch einlegen, wenn du vergessen hast, wichtige Kosten in der Steuererklärung geltend zu machen. Du kannst mit entsprechender Begründung deine Steuererklärung dann einfach nochmal machen. Hierzu musst du z.B. nachweisen können, dass du von einer Kostenposition zum Zeitpunkt der Abgabe (noch) nichts gewusst haben kannst. In diesem Fall darfst du aber kein großes Verschulden daran gehabt haben, dass dir diese Kosten erst später bekannt geworden sind.

Nachdem du deine Steuererklärung online und die unterschriebene Version per Post an das Finanzamt geschickt hast, dauert es in der Regel sechs bis acht Wochen, bis das Finanzamt dir einen Steuerbescheid zukommen lässt. Wird dir eine Erstattung bewilligt, kann es nochmal bis zu fünf Werktage dauern, bis die Erstattung auf deinem Konto eingegangen ist.

4. Einkommen & Arbeit

Im deutschen Steuerrecht ist ein sogenannter steuerlicher Freibetrag verankert. Wer im Jahr nicht mehr als diesen Freibetrag verdient, muss grundsätzlich keine Steuern zahlen. Auf diese Weise will der Staat Menschen mit geringem Einkommen entlasten.

Der Steuerfreibetrag ist kein fixer Betrag, sondern er kann sich von Jahr zu Jahr ändern, um wirtschaftliche Veränderungen (Inflation etc.) zu berücksichtigen. Aktuell gilt ein Freibetrag von 8.652 Euro für das Jahr 2016. In den vergangenen Jahren beliefen sich die Freibeträge auf:

  • Grundfreibetrag 2015: 8.472 EUR
  • Grundfreibetrag 2014: 8.354 EUR
  • Grundfreibetrag 2013: 8.130 EUR
  • Grundfreibetrag 2012: 8.004 EUR
  • Grundfreibetrag 2011: 8.004 EUR
  • Grundfreibetrag 2010: 8.004 EUR
  • Grundfreibetrag 2009: 7.834 EUR

Ob Steuern gezahlt werden müssen oder nicht, richtet sich immer nach dem Steuerfreibetrag für das jeweilige Einkommensjahr. Selbst wenn das Einkommen um mehrere tausend Euro über dem Freibetrag liegt, heißt das aber nicht automatisch, dass Steuer entrichtet werden muss. Durch die Angabe von Werbungskosten (Fahrtkosten, Studiengebühren usw.) in der Steuererklärung kann sich der Steuerfreibetrag deutlich erhöhen.

Stipendien zur Förderung der wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung (z.B. Studium) sind grundsätzlich steuerfrei, wenn das Stipendium von einer Einrichtung unmittelbar gezahlt wird. Die Zahlungen sind steuerfrei, unabhängig davon, ob sie zur Bestreitung des Lebensunterhalts und/oder zur Bestreitung des durch Ausbildung verursachten Aufwandes geleistet werden (z.B. für Bücher, Auslandsaufenthalte). Steuerfrei sind auch Stipendien zur Förderung der Forschung, jedoch nur soweit die Mittel zur Erfüllung der Forschungsaufgabe gezahlt werden (z.B. Beschaffung Rohstoffe, Bücher, Apparate).

Zu den begünstigen Einrichtungen gehören jede staatliche, zwischenstaatliche oder überstaatliche Einrichtung. Hierzu zählen u.a.:

  • Avicenna Studienwerk
  • Cusanuswerk Bischöfliche Studienförderung
  • Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
  • Evangelisches Studienwerk Villigst
  • Friedrich Ebert Stiftung
  • Friedrich Naumann Stiftung
  • Hanns Seidel Stiftung
  • Hans Böckler Stiftung
  • Heinrich Böll Stiftung
  • Konrad Adenauer Stiftung
  • Rosa Luxemburg Stiftung
  • Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw)
  • Studienstiftung des deutschen Volkes

Die Zahl der durch das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) unterstützen Studenten wächst ständig. Laut Bildungsministerium sind dies derzeit durchschnittlich über 600.000 Studierende pro Jahr. Die Hilfeleistung im Rahmen des BAföGs oder durch einen Studienkredit muss allerdings nicht in die Steuererklärung miteinbezogen werden. Es handelt sich hierbei grundsätzlich um steuerfreies Einkommen.

Die Zinsen für einen Studienkredit kannst du aber absetzen und solltest sie deshalb auch in deine Steuererklärung aufnehmen! Bei Nutzung unseres Steuer-Tools kannst du die Zinsen für einen Studienkredit unter „Allgemeine Aufwendungen“ansetzen.

Wenn dein Einkommen aus einem Praktikum (ggf. zusammen mit anderweitigem Einkommen) nicht den Steuerfreibetrag von 8.652 (für 2016) übersteigt, musst du keine Steuern zahlen.

Weitere Infos zur Steuerfreiheit bei Praktikum, Ferienjob oder Nebenjob in unserem Blog.

Für Minijobs auf 450 Euro Basis gibt es in der Regel keine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung, da hier der Arbeitgeber pauschal für den Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlt. Die pauschale Lohnsteuer trägt der Arbeitgeber, d.h. sie vermindert den zugesagten Lohn nicht. Dies gilt auch für die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag.

Beispiel: Die Studentin Maria aus Berlin arbeitet samstags in einem Café und erhält dafür 450 Euro monatlich. Maria werden insgesamt 450 Euro ausgezahlt. Lohnsteuer wird hiervon nicht abgezogen. Diese zahlt der Arbeitgeber, zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer.

Ein Minijob muss dann eingetragen werden, wenn er auf Lohnsteuerkarte gelaufen ist. Wenn du auf Lohnsteuerkarte gearbeitet hast, dann erstellt der Arbeitgeber eine Lohnsteuerbescheinigung für dich.

Studenten, die einen sonstigen Nebenjob ausüben, müssen eine Steuererklärung nur dann abgeben, wenn deren Einkünfte über dem Grundfreibetrag von aktuell 8.652 Euro pro Jahr liegen.

Die Kosten für den Weg zur Arbeit können von Werkstudenten oder Studenten in einem dualen Studium ebenso wie von Praktikanten steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt gewährt hier zum Beispiel eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt. Es können aber auch Zugfahrten oder Flüge durch Nachweis einer entsprechenden Rechnung abgesetzt werden.

Hinweis: Du solltest immer die kürzeste Entfernung von deinem Wohnort zum Arbeitsort eingeben, sonst kann dies das Finanzamt bemängeln! Die Wegstrecke kannst du z.B. mittels Google-Maps berechnen. Die Entfernung wird in Kilometer angegeben und kann aufgerundet werden.

5. Wohnen

Umzugskosten kannst du natürlich in deiner Studentensteuererklärung geltend machen. Steuermindernd oder als Verlust anrechenbar sind: Beförderungskosten, Reisekosten, Übernachtungs- und Verpflegungskosten, Inserate und Maklergebühren.

Hier kannst du eine Pauschale seitens des Finanzamts in Höhe von aktuell (01.07.16) 730 Euro nutzen. Erst für Forderungen, die über diesen Betrag hinaus gehen, brauchst du konkrete Belege einzureichen. Sonst genügt deine aktuelle Meldebescheinigung.

Wenn Studenten an ihrem Studienort eine Wohnung, ein Zimmer in einer WG oder im Studentenwohnheim als Zweitwohnsitz unterhalten und der Erstwohnsitz bzw. Lebensmittelpunkt an einem anderen Ort liegt, können Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden. Wichtig hierbei ist, dass der Wohnraum am Studienort nur vorübergehend genutzt wird, also etwa nur zum Zwecke des Studiums.

Beispiel: Du studierst in München und wohnst in einer WG. Deinen Lebensmittelpunkt (Freunde und Familie) hast du aber in Nürnberg, wo du auch eine Mietwohnung unterhältst. Jedes Wochenende fährst du von München nach Nürnberg. Dein WG-Zimmer in München kannst du folglich als doppelte Haushaltsführung steuerlich absetzen. (Natürlich kannst du in diesem Fall auch die Fahrtkosten Nürnberg-München steuerlich geltend machen.)

Eine doppelte Haushaltsführung liegt allerdings nicht vor, wenn du am Wochenende regelmäßig nach Hause fährst und dort bei deinen Eltern im alten Kinderzimmer oder bei Freund/Freundin unterkommst. Um für diese Fälle eine doppelte Haushaltsführung durchzusetzen, müsstest du nachweisen können, dass du dich an den Unterhaltskosten für Haus oder Wohnung beteiligst. Dies kann durch Vorlage eines Mietvertrags erfolgen.

Miete und Strom können vollständig angesetzt werden, wenn eine doppelte Haushaltsführung vorliegt, und anteilig bei einem separat genutzten Arbeitszimmer.

Bis einschließlich 2013 ist das einfach: Für die Absetzbarkeit der Unterhaltungskosten am Studienort und Fahrten zum Heimatort reicht es aus, wenn der Mittelpunkt der Lebensinteressen am Heimatort verbleibt. Dieser Lebensmittelpunkt (Heimatort) sollte mindestens zwei Mal im Monat aufgesucht werden.

Ab 2014 genügt es nicht mehr, wenn du im Haushalt der Eltern lediglich ein oder mehrere Zimmer unentgeltlich bewohnst oder wenn du eine Wohnung im Haus der Eltern unentgeltlich zur Nutzung überlassen bekommen hast. Dafür musst du neben dem Innehaben einer Wohnung aus eigenem Recht als Eigentümer oder Mieter oder aus gemeinsamen oder abgeleitetem Recht als Ehegatte, Lebenspartner oder Lebensgefährte sowie Mitbewohner auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung vorweisen (laufende Kosten der Haushaltsführung). Die finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung musst du in jedem Fall mittels eines Vertrags nachweisen.

Du kannst Fahrten zwischen deinem Lebensmittelpunkt und deinem Studienort nur dann absetzen, wenn eine doppelte Haushaltsführung vorliegt. Pauschal kannst du hierbei 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt steuerlich geltend machen.

Natürlich kannst du aber an deinem Studienort Fahrten zwischen deiner Wohnung und der Uni oder Bibliothek von der Steuer absetzen oder als Verlust vortragen. Siehe hierzu auch die Frage “Wie kann ich Fahrten zur Uni & Bibliothek absetzen?”.

6. Studium

Ja! Studienkosten können eigentlich nur von Studenten im Zweitstudium als Werbungskosten deklariert und per Verlustvortrag steuerlich geltend gemacht werden. Der Bundesfinanzhof hält diese Ungleichbehandlung von Studenten im Erst- und Zeitstudium (oder Bachelor- und Masters-Studenten) allerdings für verfassungswidrig. Die Erststudienfrage liegt seitdem zur Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht. Die Chancen stehen sehr gut, dass die Entscheidung zugunsten der Studenten ausfällt.

Aufgrund der unsicheren Rechtslage raten wir jedem Betroffenen, eine Steuererklärung für das Bachelorstudium abzugeben und die Studienkosten als Werbungskosten geltend zu machen. Falls der Gesetzgeber nämlich entscheidet, die Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitstudium aufzuheben, können nur diejenigen Studenten profitieren, die auch eine freiwillige Steuererklärung abgegeben haben.

Ja! Als Student im Master kannst du deine Studienkosten problemlos als Werbungskosten deklarieren und somit vom Finanzamt als Verlust feststellen lassen. Das heißt, wenn du noch keine Steuern zahlst, bekommst du eine Steuergutschrift für den Einstieg ins Berufsleben. Sobald du schließlich Steuern zahlst, wirkt sich dein Verlustvortrag aus der Studienzeit steuermindernd aus und du bekommst Steuern erstattet.

Studenten im Erststudium (z.B. Bachelor) haben es schwieriger, ihre Studienkosten steuerlich geltend zu machen als Studenten im Zweitstudium (z.B. Master). So werden etwa bei Master-Studenten die Studienkosten vom Finanzamt als Werbungskosten eingestuft, wodurch ein Verlustvortrag möglich ist. Bachelor-Studenten können ihre Studienkosten laut Gesetz nur als Sonderausgaben geltend machen. In diesem Fall ist kein Verlustvortrag möglich und Studienkosten werden nur zurückgezahlt, wenn in entsprechendem Jahr bereits Steuern gezahlt wurden.

Diese steuerliche Ungleichbehandlung befand der Bundesfinanzhof bereits 2014 für verfassungswidrig. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht in letzter Instanz entscheiden. Bis eine endgültige Entscheidung gefällt ist, raten wir allen Studenten im Erststudium, ihre Ausgaben ebenfalls als Werbungskosten in der Steuererklärung anzugeben.

Was alles zu einer Erst- bzw. Zweitausbildung zählt und weitere Infos findet ihr im Blog.

Ob Fachbücher, Taschenrechner, Laptop oder Drucker - viele für ein Studium benötigte Arbeitsmittel kannst du problemlos von der Steuer absetzen.

  • Büromaterialien wie Ordner, Schreibutensilien & Co. kannst du entweder selbst auflisten oder einfache die Pauschale von 110 Euro pro Jahr nehmen.
  • Benötigte Fachliteratur kannst du ebenso auflisten und mittels Belegen nachweisen, oder du begnügst dich mit der jährlichen Pauschale von 80 Euro.
  • Bei elektronischen Geräten sind nur solche absetzbar, die für ein Studium gebraucht werden, z.B. PC/Laptop, Software, Drucker, Handy und Tablet. Du kannst auch die Geräte angeben, die du zu einem früheren Zeitpunkt erworben hast. Wenn du später eine kleinere Summe auf deiner Steuererklärung siehst, dann ist das der angegebene Preis über die Jahre/Monate abgeschrieben. Belege solltest du immer erst auf Anfrage beilegen.

Viele unserer Nutzer haben ihr Vollzeit-Studium im Ausland erfolgreich von der Steuer absetzen können. Um deine Ausgaben für das Auslandsstudium (= Werbungskosten) bspw. per Verlustvortrag vom Finanzamt erfassen zu lassen, sollte aber ein Zusammenhang zwischen dem Studium und dem späteren Beruf bestehen. Wenn du z.B. ein Medizinstudium im Ausland absolviert hast und später in einem anderen Berufsfeld arbeitest, wirst du deine Studienkosten wahrscheinlich nicht als Werbungskosten steuerlich geltend machen können.

Insgesamt drei Punkte solltest du dem Finanzamt nachweisen können, um dein Auslandsstudium absetzen zu können:

  1. Zusammenhang zwischen Studium und evtl. schon Beruf – einfach eine Begründung der fertigen Steuererklärung beilegen.
  2. Dass du Vollzeit eingeschrieben warst.
  3. Dass du einen regulären Semesterstundenplan hattest. Für das Finanzamt heißt das, dass du keine Zeit hattest, dich etwa als Tourist zu vergnügen.

Wichtig is hier gleich zu Beginn, dass du die Fahrten auch ohne eigenes Auto geltend machen kannst. Hierbei bestehen zwei Möglichkeiten für die Höhe der absetzbaren Kosten:

  1. Entweder die Kosten für das Semesterticket oder
  2. die Entfernungspauschale (# Fahrten x Entfernung x 30 Cent), verkehrsmittelunabhängig.

In der Regel berücksichtigt das Finanzamt die höhere Kostensumme.